DAX in der Baisse?

Der kleine Verfall zeigte wieder Mal, dass sich die weltweiten Börsen nicht entscheiden können. Der Index hat sich effektiv nur um 100 Punkte vom Stand beim letzten Verfall entfernt. Zwischenzeitlich stand er auch fast 550 Punkte höher.

Viele Aktien werden noch von Großanlegern gehalten, solange die Dividenden nicht gezahlt worden sind. Generell bleiben die Investoren skeptisch und verfallen in Panik, sobald es einen Anlass dazu gibt. Und noch mehr Aktien werden vermutlich hin und her gatradet.

Die Stimmung ist bärisch, ohne Zweifel.

Ich verwende für meine interne Einschätzung gerne mein DAX-Handelssystem DAX daily. Das Regelwerk gibt Handelssignale aus, die ich zum Beispiel mit meinem Wikifolio

https://www.wikifolio.com/de/132435-Makrotrends

Als Indikator ist DAX daily hilfreich, wenn man das Verhältnis der theoretischen Gewinne auf der Shortseite zu den auf der Longseite betrachtet.

Das Bild unten habe ich unserem Handelsserver entnommen. Man sieht, dass seit Jahresanfang die Gewinne aus Shortsignalen die Logseite übertreffen.

 

pnl-2014

 

Und das ist eine ungewöhnliche Konstellation. Denn seit 2009 hatte es stets umgekehrt ausgesehen! Gewinne aus Kaufsignalen waren deutlich größer als von der Shortseite.

Hier der Chart vom 2009.

pnl-2009

Und zum Vergleich 2012.

pnl-2012

Es braut sich also definitiv etwas zusammen. Der Sturz um mehr als 1000 Punkte in vier Wochen wird in diesem Jahr kommen. Es würde mich wundern, wenn es anders kommt. Es sprechen zu viele Hinweise für einen Crash.

Eine volatile Bewegung des DAX auf hohem Niveau ist einer von ihnen. Die stets unterschätzte implizite Volatilität- die Händler rechnen immer noch mit Kursberuhigung, ist ein weiterer Hinweis.

Gut, der nächste EUREX-Verfall ist am 16.05. Viel Zeit ist also nicht übrig geblieben. Im Chart unten habe ich die von mir erwarteten Kursziele. Auf der unteren Seite sehe ich 8000 als Begrenzung und auf der oberen Seite sind es 10.000 im DAX.

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

Chart

Die open interests an der EUREX sprechen den DAX zwischen 8800-9800. So erwarten es jedenfalls die Stillhalter.

Ich wäre ohnehin als Stillhalter in Indexoptionen vorsichtiger. Nach meiner laufend durchgeführten Auswertung erscheint mir ein Investment auf der Longseite deutlich lukrativer. Zumindest spricht die Statistik für den Kauf statt Verkauf von ODAX-Optionen. Die implizite Volatilität liegt bei 20% pro Jahr, was mit 68%iger Wahrscheinlichkeit einer 4-Wochen-Veränderung von 450 Punkten entspricht.

Die Statistik ist im Optionsgeschäft die Basis , jedoch völlig unzureichend, um aus dem Geschäft Gewinne zu erzielen. Ist auch kein Wunder. Ich kenne sehr viel mehr gute Mathematiker/Statistiker/Physiker als erfolgreiche Optionshändler.

Das Problem beginnt mit der Länge der Zeitreihen. Es heißt, dass in 2 von drei Fällen der DAX innerhalb von vier Wochen weniger als 450 Punkten sich nach oben oder nach unten bewegt. Na und? Diese Aussage steht bei unendlich vielen Proben, die im irdischen Leben eines Menschen niemals getestet werden.

Ich bin mir dennoch sicher, dass der Markt sich nicht aus eigener Kraft beruhigen wird. Die Situation in der Ukraine mag wieder für eine kurzfristige Entspannung sorgen. Nun müssten andere Beweggründe die Börsianer zum Kauf motivieren. Und wo bleiben diese? Technologieaktien stürzen, China schwächelt, Rohstoffpreise fallen und Zinsen steigen. Schleichend werden die Bauzinsen höher, Mieten teurer Wohnungen knapp. Ich sehe es täglich in meinem Wohnort. Als wir nach dem Haus vor 5 Jahren suchten, konnte man sich das passende Objekt ohne Mühe aussuchen. Viele Immobilien standen jahrelang zum Verkauf. Inzwischen ist alles über die Bühne gegangen. Keine guten Voraussetzungen für eine Aktienrally.

Kurzbericht – Fonds und der Mehrwert der Fondsvermittlung

Immer wieder befasse ich mich mit dem Thema Investmentfonds. Nach langer Pause fließt inzwischen wieder viel mehr Geld in die in Deutschland verwalteten Investmentfonds, vielleicht ein wenig zu spät. Das in Aktienfonds verwaltete Vermögen ist seit 2011 von 23 auf über 268 Mrd. Euro gestiegen. Bei Mischfonds ist der Zuwachs noch dynamischer.

Quelle: Bundesverband Investment und Asset Management e. V.

http://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Statistik/Pressefassung1402.pdf

Jedenfalls hat das Thema meine Aufmerksamkeit verdient. Im Übrigen stagniert die Anzahl direkter Aktionäre in Deutschland seit Jahren bei ca. 4. Millionen.

Ich verfolge regelmäßig die Performance der großen Aktienfonds. Diese gibt einen Aufschluss auf die allgemeinen Börsentrends, oft lange bevor es die breite Masse und die Medien wahrnehmen. Anders als bei den Hedgefonds gibt es viele Listen mit den Performancezahlen der Investmentfonds, die öffentlich zugänglich sind.

Ich schaue meistens auf die Daten unter fondsweb.de.

Anscheinend liegen heute Fonds mit türkischen Aktien ganz vorne, wenn man die 1-Monatsperformance betrachtet. Aus Sicht von 3 Monaten sind es immer noch die Edelmetalle, zu meinem Erstaunen. Beim längeren Zeithorizont überwiegt eine Mischung z. B. aus pakistanischen Aktien, asiatischen Solarwerten und anderen Exoten. Wir sahen es oft in den vergangenen Jahren. Einmal war es Griechenland, dann die peruanischen Aktien und Afrika-Fonds. Die Blue Chips fehlen, welch ein Wunder. Die in Deutschland agierenden Fondsmanager sind sehr aufmerksam auf kurzfristige Erholungsphasen weltweit.

Die Gewinner der letzten Jahre – Biotechnologie-Aktien liegen weit abgeschlagen. Mein Liebling DWS Biotech kostet 108 und noch vor ein paar Wochen waren es 140 Euro. Ein Schnäppchen! Ich wüsste nicht, warum diese Branche jetzt unattraktiver als noch vor einem halben Jahr sein sollte. Pharma-Forschung ist kostenintensiv und riskant, daran hat sich nichts geändert. Der große Trend zeigt definitiv nach oben.

Die bemerkenswerte Performance der besten Investmentfonds sollte nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die meisten von Ihnen eher schlechter bis viel schlechter als der gesamte Markt abschneiden. Wir sehen in den zitierten Listen nur die Spitze und nicht die vielen tausend andere.

Die Investmentfonds sind keine Hedgefonds, sie müssen stets mit einem gewissen Anteil investiert sein. Es kommt bei ihnen auf die Auswahl der Aktien an, auf den ersten Blick zumindest. Eigentlich spielt es eine untergeordnete Rolle, da die Aktien stark korrelieren und mit dem Gesamtmarkt schwingen. Man kann sicherlich unter den einzelnen Werten Antikorrelationen finden. Wenn der Gesamtmarkt fällt, dann sind in der Regel alle Aktien betroffen.

Neben dieser Performanceeinschränkung gibt es zwei weitere Probleme beim Investment in Aktienfonds.

Investmentfonds sind teuer!

Einmal ist der Ausgabeaufschlag, der oft bei 5% liegt. Er macht die meisten Fonds relativ unattraktiv in einem fast zinslosen Umfeld.

Nicht selten wird auch eine so. Performance-Fee verlangt. Schauen wir uns ein Beispiel von Fondsweb.de an.

http://www.fondsweb.de/LU0405846410-LUXEMBOURG-SELECTION-FUND-Asian-Solar-und-Wind-Fund-A1

Ein UBS-Fonds auf asiatische Solarwerte

Ausgabeaufschlag 5%

Managementgebühr 0,9%

Beratergebühr 1%

Performance Fee 10%

Laufende Kosten, was auch immer das sein soll, 2,35%

Und die Performance seit Jahresbeginn liegt bei -10%.

Für mich ein NoGo.

Ein weiteres Problem ist die Vielzahl der Produkte sowie ihre Verbindungen mit den Depotbanken. Zum Teil gehören die Kapitalanlagegesellschaften den Banken, meist arbeiten sie eng zusammen.

 

Der Bedarf, bei der Fondsauswahl zu helfen, wurde anscheinend längst erkannt und so ist in den letzten 20 Jahren eine neue Finanzdienstleistung entstanden – Fondsvermittlung.

Es handelt sich dabei um Dienstleister, die zahlreiche Fonds (auch geschlossene) vermitteln und zusätzlich auch die Depotstelle. Sie arbeiten also mit den Depotbanken zusammen und agieren als Vermögensverwalter. Ich habe mir einen etablierten Vermittler

http://www.fondsvermittlung24.de

genauer angeschaut.

Bei diesem Vermittler wird bei fast allen Investmentfonds eine Bonifikation in Höhe von 100% gewährt. Fondsvermittung24 arbeitet mit 5 Depotbanken zusammen, bei denen die Fondsanteile angelegt werden können. Der Vermittler lebt von der Bestandsprovision – einem Teil der Verwaltungsgebühr, die der Kunde jährlich zahlt. In der Regel liegt sie bei ca. 1,5% p. a.

Die Seite wirkt professionell, sachlich und kundenfreundlich, ganz im Still Social Banking. Ich hätte mir mehr Marktinformationen gewünscht. Ich weiß, ein Portal mit den Börsendaten ist teuer, aber hier wäre es genau richtig. Wenn ich die Fondsdaten einsehen will, muss ich eine E-Mail an die Firma schreiben. Besser wäre, ich sehe auch die aktuellen Preise mit und ohne Ausgabeaufschlag direkt auf der Seite.

Fazit – was bringt mir die Fondsvermittlung?

Gegenüber den anderen Vermittlern hat http://www.fondsvermittlung24.de zwei Vorteile. Die Bonifikation gilt für fast alle Investmentfonds, anders als bei anderen Vermittlern, die zwar mit 100% werben, aber dann diverse Ausnahmen anhängen. So ganz transparent ist die Dienstleistung also doch nicht.

Zweitens werden dort günstige Depotkonditionen zwischen der Bank und dem Kunden vermittelt und sehr transparent auf der Webseite beschrieben. Viele geschlossene Fonds werden ebenfalls sehr günstig angeboten. Das ist aber nicht das Thema dieses Beitrages.

Für mich stellt sich dennoch die Frage, ob ich die Fonds überhaupt über die Fondsgesellschaft kaufen muss. Bei einem Sparplan ist das sicherlich die sinnvolle Variante. Aber wenn ich lediglich einen größeren Betrag als einmalige Anlage investieren will, dann bietet sich die Börse, als die geeignete Plattform an. In dem Falle zahlt man einmal die Orderprovision, die meistens viel günstiger als der Ausgabeaufschlag ist. Für mich ist auch die Kontrolle über dem Preis wichtig. Da Investmentfonds in den Aktienmarkt investieren, haben eine gewisse Volatilität. Sie mag etwas niedriger als die des Gesamtmarktes sein, es kommt dennoch auf den Transaktionszeitpunkt an.

Zum Beispiel beim DWS Deutschland Strategie-Fonds beträgt die Volatilität (1 Jahr) 12%. An einem Tag kann der Fonds mit 70%iger Wahrscheinlichkeit um max. 1% schwanken. Anhand dieser sehr konservativen Abschätzung sehen wir, dass ein Teil der Bonifikation verloren gehen kann, wenn wir nicht heute sondern über die Gesellschaft den Fonds verkaufen.

Beim regelmäßigem Anlegen lohnt es sich auf jeden Fall, einen Vermittler zu aktivieren.

Die Volatilität der Volatilität lässt nicht Gutes ahnen und eigene Anliegen

Zuerst erlaube ich mir die Frechheit und wende mich mit zwei Bitten an Sie.

Bis zum 25.04.14 dürfen Sie noch für mich beim Publikumspreis Commdirect Finanzblog Award 2014

Unter

http://www.finanzblog-award.de/community/

Ihre Stimme abgeben! Ich zähle auf Euch.

Mein zweites Anliegen ist mein Wikifolio

https://www.wikifolio.com/de/132435-Makrotrends

Es fehlt noch vorgemerktes Kapital in Höhe von 2500 Euro, damit ich ein Zertifikat emittieren kann.

Die Performance des Basili DAX daily ist nicht schlecht und, was viel wichtiger ist, ich habe endlich das Trading-Konzept und Strategie so genau spezifiziert, dass die Transaktionen quasi automatisch generiert werden können.

Das Basisregelwerk ist mein seit Jahren im Live-Test befindliches Handelssystem DAX daily. Dieses sendet Kauf- und Verkaufssignale, meist trendfolgend. Zeitweise wurden in der Vergangenheit die Signale als Börsenbrief angeboten. Der hohe Verwaltungsaufwand sowie private Prioritäten bei mir und meinem Partner haben letzten Endes dazu geführt, dass der DAX daily zwar weiter lief und ich täglich die automatisch generierten E-Mails bekam, setzte sie nur gelegentlich um.

Das ändert sich langsam. Dazu trug das Social – Trading – Konzept in Wikifolio bei.

Anfangs habe ich Aktien gekauft. Danach wollte ich meine Stillhalterideen umsetzten. Dieses Konzept ist nicht gestorben und wird wahrscheinlich mit einem anderen Wikifolio umgesetzt. Zurzeit kommen die Signale ausschließlich vom DAX daily. Und es ist gut so!

Ich würde mich über Interessenten freuen. Ich selber handle die Signale ebenfalls.

Jetzt ein paar Worte zum DAX. Im letzten Beitrag haben Sie einen Angeber bei mir entdeckt, aber wie Sie sahen, war es sehr aufgesetzt. Ich gebe nicht mit meiner Hellseherei an, sondern weise bestenfalls auf die Richtigkeit bestimmter Indikatoren hin.

Vor wenigen Tagen tauschte ich mich mit einem bekannten Optionshändlern aus den USA. Er machte mich auf eine offensichtliche Korrelation zwischen der Volatilität der Volatilität und der Kursentwicklung in Aktienmärkten. Man beobachtet nicht nur die implizite Volatilität, die ja die erwarteten Änderungen im Markt abbildet, sondern auch deren Veränderung ersten Grades.

Ich machte mich in einer freien Minute an die Arbeit. Und was finde ich?

Im Chart unten sehen wir es deutlich. Die Volatilität der Volatilität steigt noch lange bevor die implizite Volatilität anzieht. Und es ist fast immer ein sicheres Zeichen für die bevorstehende Korrektur. Umgekehrt – sinkt die Volatilität der Volatilität, dann steigen immer die Kurse.

Im Moment befindet sich die Volatilität der Volatilität im Anstieg, was dieser Theorie nach ein klares Verkaufssignal ist. Ich bin selbst neugierig, und beobachte den neuen „Indikator“ sehr aufmerksam.

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

Chart

Sie schlägt zurück auf den DAX – die Russlandkrise

Können Sie sich an den folgenden Artikel erinnern?

http://basili.wordpress.com/2014/03/19/schlagt-die-russland-krise-auf-den-dax-zuruck/

Vergleichen Sie bitte den geschätzzten mit dem aktuellen Verlauf des DAX

Das habe ich erwartet.

 

Beide Charts m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

Chart

 

Und hier steht der DAX jetzt. Die erwartete Fortsetzung habe ich markiert.

 

Chart2

 

Fällt Ihnen etwas auf? Ja, die DAX-Verläufe stimmen fast exakt überein. Bitte nicht falsch verstehen. Ich will an dieser Stelle nicht auf mein geniales Talent hinweisen, was ich nicht habe.

Ich werde  auch keinen Börsennbrief anbieten, geschweige mit der Performance protzen.

Ich wollte damit nur zwei Dinge sagen:

- Wir befinden uns in einer Baisse, ob wir so wollen und begründen können oder nicht.

- Wenn man nicht weiß, wie es weiter geht, sollte man auf das Gegenteil des Intuitiven und die Macht des Extremen setzen. Was heißt das?

Nun, als ich den Artikel schrieb, erwartete ich eigentlich dass eine breite Erholung einsetzt. Ich war auch dementsprechend positioniert. dann schaute ich auf den DAX Chart, die Volatilitätsschwankungen und analysierte die allgemeine Marktstimmung anhand diverse Indikatoren. Und ich kam zum Schluss, dass wir eher einen Verlauf erwarten müssen, den wir aus früheren Perioden kannten. Der Index wird sich verdammt schwertuun, die eingeschlagene Seitwärtsbewegung zu verlassen und wahrscheinlich an dem alten Hoch abprallen. Gegen eine nachhaltige Erholung spricht auch  die verhältnismäßig niedrige implizite Volatilität, die sich mit der steigenden realisierten Volatilität nicht abfinden will.

Jetzt komme ich auf den Punkt. Mit welchen Kursen ist zu rechnen?

Die offenen DAX-Optionspositionen an der EUREX (open interests)  lassen keine eindeutigen Schlüsse auf den DAX-Stand  in einer Woche bei dem April-Verfall zu. Unten könnte die 9200-Marke das Ziel sein. Auf der Oberseite sind die offenen Kontrakte gestreut über mehrere Basispreise, wobei bei 9700 das Maximum liegt. Und noch eines fällt auf. Bei Calls lässt sich ehe reine homogene Verteilung oberhalb des aktuellen DAX-Presies erkennen, d. h. die Börsianer haben keine Ahnung. Bei Puts unterhalb des aktuellen DAX sieht es eher punktuell aus.

Diese Tatsache spricht ebenfalls für die Baisse. Viele Monate zuvor war es umgekehrt. Bei steigenden Kursen schienen alles eine klare Meinung über die obere Begrenzung zu haben, wussten nicht wirklich, wie sie die untere erwartete Marke festlegen sollen.

 

Social Banking und die technologische Revolution von Außen

Vor zwei Jahren habe ich mich gelegentlich zum Thema Banken und social media geäußert. Auch hier.

http://basili.wordpress.com/2012/03/31/social-banking-es-wird-keine-revolution-geben/

Ich sah die Entwicklung insgesamt negativ. Vor allem, wenn man den Fokus auf etablierte Institute richtete, wurde man enttäuscht, was die Innovationsbereitschaft der gesamten Branche angeht.

Danach interessierte mich das Thema weniger. Und es war auch gut so, denn so konnte ich die Entwicklung besser einschätzen.

Aus den social media ist social banking geworden – ein weit umfassender Begriff.

Die folgende Seite fasst die wesentlichen Aspekte des „sozialen Bankings“ zusammen.

http://www.konto.org/social-banking/

Es werden dort drei Teilbereiche beschrieben:

- Nachhaltiges Banking – hier stehen im Mittelpunkt ethisch und ökologisch vertretbare Produkte. Die Institute heißen „Social Banks“. Zu ihnen gehören unter anderem: GLS Bank, Ethik Bank, Triodos Bank, Umwelt Bank. Es handelt sich nach wie vor um privatwirtschaftliche Institute, die in ihrer Strategie die moralischen und ökologischen Belange fest verankert haben. Social Banks unterstützen erneuerbare Energien, meiden das Rüstungsgeschäft, vergeben Kredite an Kleinunternehmen in Südamerika und handeln im Sinne der Mitarbeiter.

Mit den Social Banks will ich mich nicht weiter beschäftigen, weil sie für mich keine echte Innovation bedeuten, zumal einige von ihnen schon lange existieren. Wohl aber finde ich die Idee gut, wenn auch die Mitarbeiter am Ende davon profitieren, was auch zum sozialen Banking gehört.

Mich interessiert vielmehr das Community Banking das auch auf der Seite

http://www.konto.org/social-banking/community-banking/

beschrieben wird, wenn auch sehr allgemein und über mein Lieblingsthema Trading fand ich dort nur wenige Infos.

Mich interessierte mehr die Frage, ob bereits in deutschen Finanzinstituten der „wind of change“ zu spüren ist. In der zitierten Seite wird lediglich Fidor als der Klassiker unter den webbasierten Finanzdienstleitern genannt und ein paar andere Institute, die sich bemühen, etwas an ihren Geschäftsmodellen zu ändern.

Ist das schon alles?

Als vor genau 5 Jahren die Finanzkrise ihren Höhepunkt erreichte, fragten sich viele nach der Zukunft der traditionellen Bankenwelt. In der zum Teil sehr unsachlich geführten Diskussion wurde eine neue heile Welt gemalt, in der Banken ein „transparentes“ Geschäftsmodell verwenden, das sowohl Aktionäre als auch den Rest der Gesellschaft unter privatwirtschaftlichen und ethischen Gesichtspunkten zufriedenstellen wird.

Man erwartete auf jeden Fall, dass sich die Banken in Eigenregie verändern. Andere Branchen hatten es schließlich auch geschafft. Ich denke dabei an die Automobilindustrie, die Höhen und Tiefen in den letzten Jahren durchlebt hat. Die Daimler Benz wurde zu Daimler Chrysler und dann wieder zu Daimler. VW führte flexible Arbeitszeitmodelle ein und unter welchem Innovationsdruck die Opel AG steht, wissen wir alle. Ebenso selbstverständlich ist die Wandlungsfähigkeit in der Pharmaindustrie. Die Biotechnologieaktien gehören seit Jahren zu den Gewinnern der internationalen Börsen. Ähnlich bei den erneuerbaren Energien, die inzwischen laut FAZ ihr Comeback feiern.

Man kann beliebig viele Beispiele nennen. Und wie sieht es bei Banken aus, die im Gegensatz zu anderen Industriezweigen so tief gefallen sind, dass der Staat helfen musste und die Tag und Nacht an ihren Zukunftsmodellen arbeiten müssten.

Was sehen wir in den Geschäftsberichten?

Die Deutsche Bank schreibt in den Zahlen 2012:

„Für die Umsetzung unserer Strategie 2015+ sind fünf Ansatzpunkte entscheidend: Kapital, Kosten, Kompetenz, Kunden und Kultur. Auf all diesen Feldern machten wir 2012 erhebliche Fortschritte und schufen so eine solide Ausgangsbasis für 2013.“

Die Postbank formuliert es noch allgemeiner in ihrem Geschäftsbericht:

Wir bieten unseren Kunden die besten Lösungen für ihre finanziellen Grundbedürfnisse
rund um die Themen Geld, Haus und Vorsorge: Mit einfachen, transparenten Produkten
zu attraktiven Konditionen und reibungslosem Service.“

Die Berichte sind auf den Webseiten der Banken zu finden. Nebenbei bemerkt sollten doch beide Institute eine gemeinsame Strategie haben…

Man könnte die Ziele der großen deutschen Banken vertauschen und zwar sowohl mit den eigenen aus früheren Jahren als auch mit denen der anderen Institute und würde kaum den Unterschied merken.

Jetzt aber zurück zur Kernfrage des Artikels.
Was hat sich seit 2008 in der Bankenwelt verändert?

Wenn man tiefer in die Berichte schaut, dann fällt einem nur eins auf – Banken haben unter enormem Druck seitens der Aufsichtsbehörden das Risikomanagement perfektioniert. Das Bewerten und Aggregieren von sämtlichen Risiken hat man nach der Krise sehr gut gelernt und will damit auf die nächste Krise vorbereitet sein, die natürlich ganz anders aussehen und neue Probleme ans Tageslicht bringen wird…

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Berater für Gesamtbanksteuerung sehe ich täglich Berichte in den Instituten, in denen es nur um eine noch umfassendere Darstellung der Risiken geht.

Und Ertrag? Nun dieser ist immer noch die wichtigste Kennzahl. Und die Kosten auch.

Es ist darüber hinaus zu keiner Revolutionen innerhalb der etablierten Finanzdienstleister gekommen. Ja, die meisten sind heute in den sozialen Netzwerken vertreten. Sie twittern zum Beispiel und erinnern in ihrem Facebook-Auftritt an das JP Morgan Training. Toll!

Das ist für mich „Möchtegerne-Social-Banking“, sonst nichts. So ein wenig wie Dienst nach Vorschrift in der digitalen Welt.

Neue Produkte? Neue Ideen? Fehlanzeige. Zumindest ist es bei großen etablierten Banken so. Diese kämpfen gegen die Aufsicht und sie sparen.

Auch technologisch ist seit 14 Jahren wenig passiert. Ein bisschen TAN-Generator, etwas besseres Online-Banking und das war’s. Ab und an bekomme ich E-Mails mit der Benachrichtigung über ein neues Forum der EUREX, in welchem neue Ideen diskutiert werden sollen. Es ist inzwischen wieder dicht. Ach ja, das IT-Sicherheitsproblem ist inzwischen erkannt worden.

Erstaunlich, oder?

Eine Revolution von Innen ist also in der Finanzbranche ausgeblieben. Aber sie kommt von Außen. Eine Entwicklung, die ich anfangs nicht ernst nahm. Als 2009 auf einer Konferenz Smava vorgestellt wurde, machte ich den gleichen Fehler, wie 1989, als die Wende in Polen eingeleitet wurde. Ich erwartete nichts Großes.

Ich lag falsch. Die Gründerszene mit den innovativen Unternehmen in der Finanzbranche wird immer größer.

Geld ist ein leicht zu handhabendes Medium. Anders als beim Autobau oder der Medikamenten-Herstellung kann jeder von uns Kredit vergeben oder das Geld eines anderen anlegen. Geld ist außerdem allgegenwärtig. Für jeden greifbar.

Deshalb ist es im Prinzip einfach, etwas mit dem oder ums Geld anzubieten. Es kommt hier eher auf den Bedarf und die Technologien an.

Auf Smava folgten viele andere Plattformen für die Dienstleistung, die auch als Community Lending (http://www.konto.org/social-banking/social-lending/) bezeichnet wird – für private Kreditvergabe. Und das Geschäft wächst.

Gleiches gilt für das Thema Investments. Ich selber bin mittlerweile in einigen Community-Trading-Plattformen unterwegs. Und es gefällt mir.

Auffällig ist dennoch ein weiterer Aspekt.

In Deutschland scheint der sog. FinTech (Financial Innovation)–Boom nicht wirklich angekommen zu sein.

Laut der folgenden Studie

http://files.meetup.com/2243521/The%20FinTech%20Strategic%20Space%20-%20Edition%201%20-%20Oct%202012.pdf

liegt der Anteil der FinTech-Startups in den sog. DACH-Ländern bei 0,6% und somit weit unter Großbritannien (30%) und den USA (60%).

Da ist noch viel Luft nach oben… Und es wird sich sicherlich noch einiges auch bei uns tun. Die 2. Phase der technologischen Revolution hat erst begonnen.

Scheinbare Ruhe im DAX

Schnelle Beruhigung der Märkte

Nun warten alle auf morgen. Um 14:30 Uhr wird das Sitzungsergebnis der EZB bekannt gegeben. Man rechne ev. mit einer Zinssenkung, heiß es. Wenn ich aus dem Dachgeschoss meines Hauses herunter springe und , das Überleben vorausgesetzt, es noch einmal tue, dann könnte ich selber mit einem solchen Schritt rechnen. Es wird nichts passieren, lieber Freunde! Und, was viel wichtiger ist, wird dieses Ereignis keine große Wirkung auf den deutschen Aktienmarkt ausüben. Denn dieser wartet auf die US-Zahlen, die ebenfalls morgen veröffentlicht werden. Hier kann es zwar negative Überraschungen geben, ich rechne dennoch mit erwarteten Zahlen und demnach wird es keine heftige Reaktion auf den Märkten geben.

Generell fällt mir auf, dass die Nervosität scheinbar aus dem Handel gewichen ist. Der Volatilitätsindex VDAX steht bei 16% und somit unter der historischen Vola, s. Chart.

Was heißt das für die Aktienhändler? Die Optionen werden günstiger bewertet, als sich dies aus der aktuellen Schwankungsbreite ergibt. Demzufolge könnten die Schwankungen weiter zurückgehen oder die Optionspreise teurer werden, was aber zwangsläufig durch die Nervosität in den Märkten begleitet wird.

Was erwarte ich ?

Es gibt keinen Grund, warum man wieder verkaufen müsste. Was natürlich nicht zwangsläufig eine neue Rally bedeutet. Ich habe vor 10 Tagen auf eine kräftige Erholung der Märkte gesetzt, die den DAX bis auf die alten Hochs treiben wird. Und danach wäre eine heftige Korrektur denkbar. Die Frage bleibt natürlich offen – durch was sie ausgelöst werden sollte…

Ich weiß nicht. Es ist reine Spekulation, ich weiß dennoch, dass unruhige Phasen nicht einfach von alleine sterben. Manchmal reicht eine größere Überraschung vom US-Arbeitsmarkt. Am sichersten wäre eine Wette auf den fallenden DAX, wenn die Krim-Krise wieder aufflammt, weil zum Beispiel Russland Teile Finnlands einnehmen will…

Chart m. f. G. www.tradesignalonline.com

 

Chart

DAX – Korrektur noch vor Ostern?

Nun wird gerätselt. Ich habe vor einer Woche den voraussichtlichen DAX-Verlauf gezeichnet. Bisher verhält sich der Deutsche Leitindex, als ob er meinen Beitrag gelesen hätte und steuert auf das Maximum bei 9800 zu. Dieses dürfte er noch vor Ostern erreichen. Und danach? Eine Korrektur ist deshalb denkbar, weil man am all-time-high meistens zögert und dies automatisch die anderen Händler dazu veranlasst, zu verkaufen. Und außerdem neigt der Markt generell zu Korrekturen nach Übertreibungen, wie die vorliegende.

Die Frage ist vielmehr nach der Stärke dieser Korrektur. In meiner Prognose zeigte ich das Extremszenario, welches wahrscheinlich kaum eintreten wird, es sei denn, die Nachrichtenlage würde sich bis dahin drastisch verändern. Letzteres erscheint mir mittlerweile weniger wahrscheinlich also noch vor einer Woche. Solange die Börsianer täglich von Konsultationen mit Russland hören, gehen sie beruhigt dem Handel nach. Und jetzt kommt noch China, ein Land das zwar die Umwelt zerstört, aber den Nachbarn gegenüber friedlich bleibt. Mit den Vertretern der kommunistischen Machthaber  wird aber in Deutschland geredet und das wirkt ebenfalls wie eine Beruhigungspille auf die Börsianer.

Alle sim grünen Bereich. Naja, nach Ostern wissen wir mehr. Man darf nicht vergessen, dass in den kommenden Wochen hohe Dividenden gezahlt werden. Bis dahin bleibt man zurückhaltend.

Ein anderes Ereignis ist mir in dieser Woche aufgefallen. Man spricht darüber kaum, zumal in Deutschland. Die Biotechnologie gehört zu den größten Gewinnern der letzten Jahre. Und nun? BB Biotech und andere verlieren kräftig und erholen sich kaum.  Ist das die Einstiegschance oder ein Vorbote des Unheils? Oder die Apple-Aktie? Warum steigt sie nicht mehr? Odee Facebook? Vielleicht steht die laufende Erholung doch auf wackligen Beinen…

Chart m. f. g. http://www.tradesignalonline.com

Chart

Extreme Ereignisse beim DAX – wie wahrscheinlich sind sie?

In den letzten Wochen höre ich oft, dass der Aktienmarkt schwieriger zu handeln sei als noch vor Jahren. Und meistens wird als Ursache gleich die angebliche Extremität der Kursrenditee genannt. Die DAX-Ausschläge seien größer geworden und zwar in beide Richtungen. Intuitiv kann ich diese Behauptung bestätigen, ich glaube dennoch nicht, dass die Ursache an der realisierten Volatilität liegt.

Denn diese bleibt bis auf wenige Ausnahmen stets zwischen 10-30%.

Nachdem ich über das Problem länger nachdachte, kam ich zum Schluss, dass diese angebliche höhere Schwankungsrate sich doch in Optionspreisen zeigen müsste. Diese beinhalten ja eine Einschätzung der künftigen Schwankungen. Liegt diese Einschätzung falsch, dann könnte man doch sichere Geschäfte machen.
Ich nahm meinen DAX-Optionsrechner und kalkulierte die letzten 24 Jahre im DAX durch.

Zu welchem Ergebnis ich gekommen bin, sehen Sie im der Grafik unten. Ich schaute, wie oft in den folgenden 20 Tagen sich der DAX 10% nach unten oder nach oben bewegte und berechnete die Häufigkeit, zuerst auf den gesamten Zeitraum bezogen und dann auf die letzten 200 Tage also gleitend.

Und was sehen wir? Die historische Ausfallwahrscheinlichkeit liegt bei 4,4%. Wenn ich die gestrigen EUREX-Kurse für Puts 10% aus dem Geld nehme, dann ergibt sich eine Ausübungswahrscheinlichkeit anhand der Black-Scholes –Formel von 4,4%. Das heißt, die Zukunftserwartung entspricht etwa den historischen Durchschnittswerten. Das ist ja kein Geistesblitz, denn die meisten Börsenhändler auch mit historischen Daten arbeiten können.

Spannender wird es, wenn man die 10%Rendite-Häufigkeit auf kleineren Zeiträumen betrachtet, z. B. 200 oder 100 Tage. Das sehen wir im Chart unten. Die Veränderung der Rendite erfolgt in großen Clustern und die Wahrscheinlichkeit liegt in den betroffenen Jahren oft weit über 20%. Mit anderen Worten, in wenigen Jahren muss man an jedem fünften Tag mit 10%-iger -Änderung des DAX in 20 Tagen rechnen und in den übrigen Jahren wird diese Rendite an keinem Tag beobachtet.
Die Grafik bezieht sich nur auf Kursrückgänge. Das Verhalten nach oben sieht übrigens fast genauso aus.

Was folgt daraus für Aktien- bzw. Optionshändler?
Erstens, es lohnt sich nicht, Indexoptionen zu verkaufen und diese unter allen Umständen bis zum Verfall halten. Denn die wenigen Verlusttage vernichten die Gesamtrendite für viele Jahre.
Es könnte allerdings durchaus lohnenswert sein, langlaufende Optionen aus dem Geld zu kaufen und sozusagen auf die Gelegenheit warten. Man wird sicherlich viele kleine Beträge verlieren aber die Gewinne dürften die Kasse wieder auffüllen.

Was auch daraus folgt ist das Clusterverhalten, wenn auch dies keine neue Erkenntnis ist. Sobald es zu den ersten Ausschlägen kommt, ist damit noch mehrere Wochen zu rechnen.
Jetzt aber zurück zu der Frage, warum der Markt schwieriger geworden ist. Wir sehen, das extreme DAX-Verhalten kam in allen Perioden der letzten 25 Jahre. Es ist also nicht richtig, dass es ein neues Phänomen ist. Die Schwierigkeiten, kurzfristig Geld an der Börse zu verdienen, ist die extrem schnelle Anbindung der Handelssysteme und das automatische Orderrouting ( Algo-Trading). Die Preisveränderungen erfolgen viel schneller. Der Markt ist dadurch auf kurze Sicht viel effizienter geworden. Während man noch 1997 einfach eine Aktie kaufte und schaute anschließend zu, wie die anderen nach und nach zuschlagen, ist man heutzutage fast immer der Letzte, der kauft. Mit dem Trend gehen die meisten Hochfrequenzhändler und verkaufen dann auch gleich.
Trotz allem, langfristig hat sich der DAX in seinem Rendite-Verhalten kaum verändert.

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