Vacation Trades – Teil II – mit Optionen-Diagonalen in den Urlaub

Im letzten Beitrag habe ich die klassische Schlaf-Gut-Strategie beschrieben. Man kauft Puts und vielleicht auch Calls aus dem Geld und wartet auf ein großes Ereignis. Im schlimmsten Fall verliert man einen fest stehenden Betrag und kann sich trotzdem auf einen hohen Gewinn freuen.

Eine weitere Strategie, allerdings nur für erfahrene Optionshändler zu empfehlen, ist ein Diagonal Spread. Ich habe im Laufe meiner Händler-Laufbahn und später als Berater, Coach und Investor diese Kombinationsmethode für mich entdeckt und fahre damit seit Jahren stabile Gewinn. Man findet nicht viele Hinweise in der Literatur auf die praktische Umsetzung dieser Strategie.

Wie läuft es in der Praxis ab?

Ich kaufte Puts auf Deutsche Post mit der Laufzeit Dezember 2014 und Basispreis 24. Gleichzeitig verkaufe ich gleiche Anzahl der Puts auf Deutsche Post mit der Laufzeit August 2014 und Basispreis 25.

Die Greeks dieser Position sehen wie folgt:

Delta       Vega      Theta

DPW August Put 25 (short)           0,4         -0,02      0,01

DPW Dezember Put 24 (long)       -0,3         0,06      -0,004

Gesamtposition                                0,1            0,04       0,006

 

Die Position gewinnt demnach, wenn die implizite Volatilität steigt und/oder der Kurs leicht steigt und/oder nichts passiert. Steigen ie Kurse stark, gewinne ich die gesamte August-Prämie und kann bereits im September durch die neue Prämie die gesamte Dezember-Prämie zurückholen. Das ist mein Lieblingsszenario. Ab Oktober mache ich reinen Gewinn. Im anderen Falle – wenn der Kurs stark gefallen ist, profitiere ich meist von der Vola. Ich kaufe dann die Augustoptionen zurück und verkaufe neue mit etwas mehr Zeitwert. Es ist eher das bequemere Szenario.

Warum die Deutsche Post. Die Aktie ist für mich der klassische Stillhalterlangeweiler, solide und kaum schwankend. Der Aktienkurs bewegt sich am unteren Ende des Bollinger-Bandes und bietet sich auch deshalb an. Es besteht natürlich keine Gewinngarantie, aber eine gewisse Erholungstendenz.

Und noch eines- so ganz entspannt ist dieser Trade nun auch nicht. Denn am 15.08.14 – am EUREX-Verfall muss u. U. gehandelt werden.

Vacation Trades – auf den Crash im Schlaf wetten

Der August wird heiß. Sowohl wettermäßig als auch an der Börse. Man muss sich nichts vormachen. Es herrschen Kriege, in welchem die Parteien nicht berechenbar sind. Das Unglück in der Ukraine mag grausam sein, hier handelt es sich um Kontrahenten, die wahrscheinlich sich selbst nicht in die Luft sprengen werden und die auf einen Paten in Moskau hören. Hingegen ist die Lage im Nahen Osten für mich schon seit Monaten ein potenzieller Krisenherd schlechthin. Unklar, wie lange die anderen Nachbarn Israels nur zuschauen werden. Wie lange werden die Hamas finanziell unterstützt ( von wem ? ) und mit Waffen beliefert. Es ist unfassbar, dass der Palästina-Konflikt mich schon seit der Kindheit in den Medien begleitet. Nach dem 2. Weltkrieg haben die Siegermächte einen großen Fehler begangen. Sie vergaßen einfach neben dem jüdischen einen arabischen Staat in Palästina zu bewilligen. Und das rächt sich dauernd…

Ich finde, dass beide Seite das Problem unlösbar gemacht haben. Beide Seiten wollen zwar den Frieden aber auch keinen Millimeter von ihrer Position abrücken.

Schade um die Menschen in Gaza, die jetzt noch weniger als nichts haben. Schade um die 16-jährigen Soldaten in Israel. Angeheizt wird der gegenseitige Hass durch das Öl, das die Medienpropaganda ins Feuer gießt.

Ich habe immer gerne den Nahen Osten besucht – Ägypten, Israel, Dubai, Jordanien. Ich fand dort lebensfrohe Menschen, schloss Bekanntschaften. 20% der Bewohner Israels sind Araber. Irgendwie klappt es trotzdem zusammen. Warum man sich im 21. Jahrhundert abschlachten muss, kann ich nicht begreifen. Wir wollen doch das Weltall erobern, oder? Um dort weiter unsere Konflikte auszutragen oder die Umwelt zerstören???

Wie dem auch sei, das Ende ist nicht absehbar, und es gibt keinen Grund, auf eine Wende an der Börse zu wetten. Denn diese kann erst dann kommen, wenn klar ist, dass der Krieg einen Sieger hervorbringen kann. Wie damals 2003, als der Irakkrieg ausbrach, ging eine lange Baisse zu Ende. Mit dem Beginn der Kampfhandlungen begann ein Aufschwung an den Börsen.

Nein, im Moment werden die Märkte durch Unsicherheit geprägt. Der DAX wird fallen. Zuerst unter die Fibonacci-Korrektur-Niveaus. Darunter, sprich unterhalb 9331 geht es schnell auf 8800, s. Chart.

Aufgrund der Urlaubszeit bietet sich an, keine Shortpositionen einzugehen. Ich selber tendiere zu Strangles. Es handelt sich um einen gleichzeitigen Kauf von Put und Call mit gleicher Laufzeit und unterschiedlichen Strikes. Mein beliebtes Vorgehen besteht darin, günstige Optionen aus dem Geld zu kaufen und dann auf eine starke Bewegung zu warten. Tritt diese ein, dann verkaufe ich eine Option gleichen Typs weiter aus dem Geld. Im Idealfall hole ich dabei die gesamte Prämie zurück und lasse ein Potenzial in beide Richtungen. Im schlimmsten Falle – der DAX bewegt sich von nun an nicht von der Stelle, verliere ich die Prämie, die allerdings überschaubar ist und in der Regel bei 100-150 pro Kontrakt-Paar beträgt.

In sich ist diese Strategie selten zum Scheitern verurteilt. Ich sage es bewusst als überzeugter Stillhalter. Ich verkaufe lieber Optionen meistens auf Aktien. Bei Indexoptionen drehe ich gerne den Spieß um und kaufe Optionen. DAX-Optionen bleiben lange teuer und verlieren bis kurz vor dem Verfall kaum am Zeitwert. Lebt die Option noch einige Wochen, passiert mit Sicherheit eine größere Kursbewegung, die den Wert des Strangles steigert. Mein Erfahrung hat es bisher immer bestätigt.

Der Indexoptionen-Markt ist viel liquider als der für Aktien. Bei Letzteren beschränke ich mich deshalb auf den Verkauf von Optionen und warte geduldig, bis der Tod der Optionen eintritt. Und ich trade fast immer Spreads. Es bringt weniger Einnahmen aber auch ruhige Nächte.

 

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

Chart

Short Squeeze im DAX am 16.08.2014 und sonst nichts?

Es liegt auf der Hand, weshalb die Kurse in den letzten zwei Tagen stark anzogen. Viele Spekulanten setzten auf fallende Aktienmärkte und wurden damit nicht selten zu sog. Leerverkäufern. Sie gingen theoretisch ein unbegrenztes Risiko ein. Das gilt für Geschäfte mit einzelnen Aktien, Optionen und unbedingten Terminkontrakte –den Futures. Inzwischen kann jeder Privatanleger über bestimmte Broker auch in Deutschland Aktien leerverkaufen. Und die Möglichkeit, Indexoptionen ohne Deckung zu verkaufen, besteht an der EUREX ohnehin seit vielen Jahren.

Die Verlustphantasien wurden durch dauerhafte Horrormeldungen in den Medien verstärkt.

Alle waren bis vor ein paar Tagen short. Ob auf Facebook oder wo auch immer, stets hieß es „ ich habe ein Turbo Put in das Musterdepot aufgenommen“ o. ä.

Für mich bedeutet es, ganz klar, dass die Verkäufer schnell in Bedrängnis geraten können. Auch ohne die aufwändige Analyse der Sentiment-Indikatoren.

Dieser Fall scheint auch eingetreten zu sein. Nicht zuletzt wegen des morgigen Kleinen Verfalls an der Eurex steigen die Umsätze mit den Juli Calls rasant an. Vor einer Woche waren es 20.000 und gestern fast 30.000 Kontrakte täglich. Dieser Anstieg wird auch vor dem Großen Verfall nicht beobachtet und ich kann es nur auf die Ängste der Leerverkäufer- Stillhalter in DAX-Kaufoptionen zurückführen. Denn der Spaß kann recht teuer werden. Ein Punkt des ODAX kostet bekanntlich 5 Euro. Und wie gesagt, nach oben ist nur der Himmel oder besser die himmlische Hölle der Börsianer eine Begrenzung.

Wir hatten also gestern eindeutig einen Verkäufer-Engpaß – short squeeze genannt. Die Frage lautet nur – war es schon alles?Kommt jetzt die Wende?

Wie im Chart unten sichtbar, befindet sich der Index an der maximalen Fibonacci-Korrektur. Und der MACD könnte ebenfalls zum Positiven drehen.

Fast wäre ich zum Optimismus geneigt. Fast, denn die sowohl die implizite als auch die historische Volatilität sind im Anstieg. Deshalb kann ich mir eine langfristige Beruhigung nicht vorstellen. Oder haben Sie in den letzten Monaten von überragenden Unternehmenszahlen aus Europa gehört?

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

 

 

Chart

Die Rückkehr der Volatilität macht glücklich

Fast punktgenau von mir erwartet, wird der deutsche Aktienindex unruhig.

Wie alle Jahre wieder werden die Märkte simultan mit dem feuchten Wetter nervöser. Es ist ein altes Phänomen, das trotz aller modernen Erkenntnisse und Errungenschaften wie high frequency trading nicht aussterben will, allerdings in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Wenn eine Korrektur ansteht, dann erst ab August, so war es früher.

Im Sommer fallen die Börsenkurse nicht wirklich, aber sie beginnen zu schwanken. Die Frage ist nur, wann es soweit ist. Zuerst sahen wir 2011 einen heftigen Einbruch in den Sommermonaten. In den folgenden Jahren stiegen die Kurse erneut, um die Überschwemmung mit billigem Geld einzupreisen. Zurzeit spricht manches für eine größere Korrektur.

Unternehmen berichten schlechtere Bilanzen und der DAX ist technisch angeschlagen. Die so lange erwartete 10.000 Marke konnte nicht gehalten werden. Der MACD und sonstige Indikatoren zeigen klar nach unten.

Einziger Hoffnungsschimmer ist das erste Fibonacci-Niveau, was gestern angetastet wurde und das untere Bollinger Band, s. Chart unten. Demnach liegt eine klar überverkaufte Situation im DAX vor. Eine kurzfristige Erholung ist denkbar. Aber was heißt schon „kurzfristige Erholung“? Alle, die die Börse etwas besser kennen, wissen, dass die Märkte stets über- oder untertreiben. Möglicherweise wird diese Erholung, die heute begonnen haben dürfte, zu einer neuen Hausse-Welle in Richtung 10.000, warum auch immer. Die Märkte sind reif für Verkäufe, so meine Meinung.

Es ist aber auch eine gute Zeit. Die implizite Volatilität, die ja die Nervosität der Marktteilnehmer durch die Bewertung der Optionen misst, steigt ungewöhnlich lange, wenn auch vom sehr tiefen Niveau. Es ist eine gute Zeit für Optionshändler. Dieser Berufsgruppe lebt vom Warten auf die Gelegenheit zum Handeln. Auch die ganze Schar der Daytraader dürfte aufgeatmet haben. Der langsam steigende Markt der vorigen Monate hat manchen von ihnen an den Rand des Nervenzusammenbruches gebracht. So jedenfalls erging vielen Bekannten.

Aber was tun? Ich selber handle Optionen, habe also den Vorteil, von der Richtung des Marktes prinzipiell unabhängig zu sein. Was natürlich nicht heißt, ich verdiene immer. Dennoch macht mich die steigende Nervosität glücklicher. Ich kann jetzt endlich Verkäufe von Puts planen. Auch DAX –Optionen sind wieder ein Thema für mich. Ich kann außerdem einfach das System DAX daily intensiver einsetzen. Die Follower meines Wikifolios wissen es am besten.

Die Börse bewertet die politischen und volkswirtschaftlichen Ereignisse zwar richtig, oft jedoch nur auf eine sehr lange Sicht. Kurzfristig kann sie beliebig irrational sein und so kann ich mir wie im April ein neues Hoch noch im August ebenfalls vorstellen, würde jedoch nicht darauf setzen.

Gute Erfahrungen mache ich in solchen Märkten mit Pharma und Energieaktien. Ich meide die so. Zykliker.

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Chart

Vergesst heute Mario Draghi

In den Pausen zwischen WM-Nachrichten wird nun ab und an über das Börsengeschehen berichtet. Und  seit Tagen spricht man vom heutigen “Superdonnerstag” oder politisch korrekter ” Süperdonnerstag”. Das Ergebnis der EZB-Sitzung würde mit Spannung erwartet. Stimmt nicht. Ich erwarte gar nichts. Strafzinsen, damit Unternehmen endlich Geld bekommen? Unsinn! Mario Draghi weiß besser als wir, warum Banken bei der EZB hohe Barbestände horten. Und ich als Unternehmensberater mit Schwerpunkt Banken ahne es.

Nun müssen Banken um jeden Preis die Vorgaben der Aufsicht erfüllen. Dazu gehören unter anderem:

Eigenkapitalquote – Verhältnis des Eigenkapitals zu den mit Risiken gewichteten Aktiva. Zu den Aktiva gehören aber bekanntlich auch Kredite. Sind diese zu riskant, kann die Quote schnell unter z. B. 6% für das Kernkapital fallen.

Liquidität diverse Basel-Kennzahlen wie LCR oder NSFR sollen das richtige Verhältnis zwischen der verfügbaren oder benötigten Liquidität messen. Auch hier haben langfristige Kredite eher negativen Einfluss.

Und nicht zuletzt der berühmte EBA-Stresstest, der laut den letzten Nachrichten schlecht ausgefallen sein soll. Im Klartext, unter Extrembedingungen, z. B. beim  starken Zinsanstieg, tun sich Banken schwer, zu bestehen.

Kurz und bündig, Banken bangen um ihre Existenz, es gibt einfach zu viele von ihnen und sie passen ihre Geschäftsmodelle zu langsam an. Deshalb werden sie auch bei negativen Zinsen keine Kredite vergeben..

Dennoch kann es heute einiges an der Börse passieren. Denn um 14:30 Uhr kommt eine ganze Reihe News au den USA. Auch hier erwarte ich keine großen Veränderungen.

Und wohin bewegt sich der DAX nach 14:00 Uhr?

Ich kann mir einen Sturz noch nicht vorstellen, denn zu viele würden es ausnützen, um einzukaufen. Mit einem Crash rechne ich erst im Laufe des Sommers.

Hier noch die Aufstellung der heutigen Termine nach Derivatecheck.de

 

     • 13:45       EU EZB Sitzungsergebnis
    • 14:30       EU EZB PK zur Ratssitzung
    • 14:30       US Beschäftigte ex Agrar Juni
    • 14:30       US Arbeitslosenquote Juni
    • 14:30     US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
    • 14:30      US Wochenstunden Juni
    • 14:30      US Stundenlöhne Juni
    • 14:30      US Handelsbilanz Mai
    • 16:00      US ISM Dienstleistungsindex Juni
    • 16:00     US Ankündigung 3- u. 6-monatiger Bills
    • 16:30      US EIA Erdgasbericht (Woche)

 

 

Der inverse Crash

Der umgekehrte Crash ist nicht ein Sprung nach oben. Es ist das Gegenteil von der Volatilität. Stellen Sie sich die Situation vor, in welcher Börsenkurse nicht mehr rauschen. Änderungen erfolgen digital etwa nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen oder einer Dividendenkürzung. Der Index wird zusätzlich durch Arbitragegeschäfte bewegt, die wiederum auf die Aktien zurückschlagen und so tut sich gar nichts mehr. Niemand will verkaufen, wenn es um 2% runter geht, weil man den günstigen Einstieg nicht verpassen will. Aber beim Anstieg über das letzte Hoch will auch keiner der letzte Käufer sein.

Durch die Seitwärtsbewegung der letzten Monate haben nicht wenige von uns viel Geld verdient. Denn mit dem Shorten über 10.000 und kaufen unter 9800 lag man meistens nicht falsch.

Volatilität ist inzwischen eine neue Asset-Klasse geworden. Neue Indizes, zahlreiche Derivate und viel Werbung der Börsen haben dazu beigetragen. Man lernte diese zu verkaufen. Und scheint mittlerweile ein Angebotsüberhang die Vola im Schach zu halten. Steigt die implizite Volatilität im DAX an, dauert zwei Tage und sie fällt wieder.

Dieser seltsame Trend wird erkennbar, wenn wir auf die letzten Tage im DAX schauen.

Der Chart zeigt deutlich einen Abwärtstrend, der jedoch nicht durch eine gestiegene Volatilität begleitet wird. Mehrere Tage in Folge ist der DAX gesunken und so befindet sich der Index am unteren Bollinger – Band. Ein deutliches Zeichen für eine kurzfristige Trendwende nach oben. An der langfristigen Einschätzung ändert dies wenig. Auch ein eventueller Anstieg über 10050 wird hier nicht als positive Trendwende bewertet. Unter solchen Umständen wird es nicht mehr lange dauern, bis die Volatilität nachzieht.

Und noch eines spricht für eine Trendwende. Vor zwei Jahren schrieb ich in diesem Blog einen Artikel, mit einem düsteren Szenario für die Zukunft. Es war die letzte Zeit einer hohen Vola. Ich stelle mir vor, dass die künftige Börsenwelt extrem volatil sein wird, also sozusagen unberechenbar. Im Nachhinein erwies sich das Bild als sehr hypothetisch. Mittlerweile bin ich geneigt ein umgekehrtes Szenario aufzuzeigen. Eine Welt ohne Volatilität. Diese Prognose könnte ebenfalls ein Kontraindikator sein.

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

 

Chart

 

Und der nächste Börsencrash kommt (wieder) aus dem Nahen Osten

Die nun laufende DAX-Korrektur hat mich nicht im Geringsten überrascht, habe darüber auch geschrieben. Der Markt wartete auf einen Ausbruch. Wie im Chart unten zu sehen, war die tägliche Schwankungsbreite so niedrig, dass seit Wochen faktisch gar nichts mehr passierte.

Am letzten Freitag bluteten die Optionshändler, die vor fünf Wochen auf eine Veränderung im DAX setzten. Der Index bewegte sich in dieser Zeit um sagenhafte 200 Punkte. Die neuen open interests an der EUREX deuten auf eine Patt-Situation hin. Die meisten Put und Call-Positionen liegen in der Gegend des aktuellen DAX-Kurses. Das könnte aber auch heißen, dass die Geschäfte nicht mehr durch Stillhalter sondern durch Optionskäufer initiiert worden sind. Man rechnet mit einer starken Kursbewegung.

Die technische Korrektur wird inzwischen auch durch den MACD-Index begünstigt, der vor ein paar Tagen deutlich drehte. Dieser Index, auch im Chart sichtbar, gilt als sehr träge und wird von mir seit vielen Jahren beobachtet. Auch die Analyse des Handelsvolumens stimmt eher negativ an. Im Chart sehen wir die Volumina. Die Peaks sind Große Verfälle an der EUREX. Manchmal sind sie rot, was ind er Regel einen negativen Trend bedeutet.

Es ist dennoch etwas mehr als eine kurze Abgabewelle. Es könnte ein größerer Sturz werden. Es sei denn, die Kurse steigen diese Woche wieder über die Hochs von letzter Woche. Allerdings sprechen viele fundamentale Gründe für mehr Pessimismus. Schauen Sie sich Nachrichten an. Seit Monaten eskaliert die Lage im Nahen Osten. Religiöse Fanatiker unterstützt möglicherweise durch großzügige Spender aus den arabischen Staaten, vor allem aber indirekt durch deutsche Waffenexporte, setzen die ganze Region zwischen Malaysia und Israel in Brand. Darüber hinaus werden liberale europäische Staaten wie Deutschland radikalisiert und sorgen für den Nachwuchs der Terrorgruppen.

Warum ist diese Situation für die Börsen bedrohlich? Weil der Ausgang unberechenbar ist. Zum Beispiel, heißt es heute Morgen, dass radikal-religiöse Pakistani wieder mal gegen die Regierung Sturm laufen. Pakistan besitzt Atombomben. Atomwaffe wäre doch ein Traum für die Terroristen in Nigeria, Kenia, Irak, Syrien, Indien, China, Indonesien, Jemen. Die Folgen können wir uns ausmalen.

Genau dieses Ausmalen der Angst in den Köpfen der Börsianer ist Treibstoff für Kursbewegungen an den Börsen. Ich hoffe, dass dieser Crash endlich gute Chancen für Optionshändler bietet. Denn im tiefsten bleibe ich Optimist und bin der Überzeugung, dass sich Menschen wie schon oft in der Vergangenheit klar zum Frieden, Leben und Gemeinschaftlichkeit allen Widersprüchen zum Trotz bekennen. Und diese Korrektur, falls sie sich heute nicht im Sande verläuft, nur ein Geschenkt des Marktes bleiben wird.

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Chart

DAX – endlich die Korrektur, wann auch immer…

Das lange Warten auf die Bewegung in den Märkten könnte endlich zu Ende sein. Seit Tagen liegt die Schwankungsbreite des DAXes bei ca. 40 Punkten und die Schlusskurse fast genau bei den Eröffnungskursen liegen. Eine kaum zu ertragende Unentschlossenheit und das Warten. Auf was? Nun haben sich einige große Investoren von Aktien längst verabschiedet. Daytrader, Hedgefonds bewegen die Kurse. Und sie alle wollen nicht die letzten sein, die auf noch weiter steigende Preise gewettet haben.

Der große Verfall am Freitag hat ebenfalls zu einer gewissen Lähmung beigetragen.

Als semiprofessioneller Aktien- und Optionshändler bin ich auf dynamische Kurse angewiesen. Die fallende Volatilität bedeutet niedrige Prämien und sie macht mich schlicht unruhig und nicht nur mich. Die historische Volatilität liegt mit 8% so ziemlich am Tiefpunkt. Kann sie eigentlich negativ werden? Darüber habe ich schon geschrieben. Eher nicht, im Gegensatz zu den Zinsen. Wenn die Schwankungen verschwinden, dann sind wir erst bei Null. Negativ wäre dann, wenn keine Schwankungen beobachtet werden, auch bei Dividendenbekanntmachungen. ..

Nun aber scheint der Ausbruch nicht mehr weit. Das heute bekannte Ergebnis der FED-Sitzung wird die Kurse morgen beflügeln, zumal morgen, am katholischen Feiertag die DAX-Notierungen tendenziell freundlich sind. Danach spätestens ab nächster Woche könnte endlich die lange erwartete Korrektur einsetzen. Es sei denn, dass es einen neuen Krieg gibt, im Nahen Osten oder in der Ukraine.

Fazit: Zuerst aufwärts über 10.000, danach runter.

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