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Auf den Tag kommt es an

Eine der wertvollsten Erfahrungen meines Börsendaseins ist die Feststellung, dass Medien grundsätzlich falsch liegen. In jeder Hinsicht wird man verlieren, wenn man der allgemein zugänglichen und damit öffentlichen Information glaubt. Wenn also behauptet wird, der Rückkauf der Dresdner Bank Aktien sei ein normaler Vorgang, dann weiss ich, die Firma will möglicherweise eine Übernahme abwenden. Wenn man von RWE Übernahme spricht, dann wird wohl nichts daraus. Oder auch umgekehrt, wenn über eine bestimmte Aktie gar nicht geredet wird, stehen vielleicht wichtige Infos bevor. Warum spricht niemand über Wacker Chemie, die steigt und steigt. Und wieso nicht über Gildemeister, die widerum trotz guter Nachrichten nicht mehr steigt…

Eine der messt verbreiteten Lügen ist die Behauptung, bei Aktien komme es nicht auf den Kaufzeitpunkt an. Wenn jemand daran glaubt, dann soll er in eine Großbank mittags kommen und sich die Börsenhändler anschauen. Einige gehen gerade mal Ihren „lunch“ holen und kommen nach 10 Minuten hektisch zurück. Danach starren sie wie blöd auf die Charts. Wieso eigentlich, wenn es auf die kurzfristige Zockerei nicht ankomme. Meine Intuition sagt mir, diese Leute sind Praktiker und spüren bzw. wissen besser wie die Märkte ticken, besser jedenfalls als die ganze Armee hoch bezahlter Analysten.

Gott sei dank werden diese Erkenntnisse mittlerweile auch streng wissenschaftlich belegt.

Der von mir hoch geschätzte und schon zitierter Banoit Mandelbrot hat dazu folgendes gesagt

„The (Mis) Bahavior of Markets“

„In the 1980s, fully 40 percent od the positive returns from the Standard & Poor’s 500 Index came during ten days- about 0,5 percent of the time“.

Auch ich habe ausgerechnet, dass mein schönes Regelwerk  wertlos wäre, wenn ich es zufällig nicht an ein paar Tagen im Jahr angewandt hätte.

Is Trading doch ein stressiger Job mit stundenlangem Glotzen auf den Bildschirm, um bloss nicht die passende Bewegung  zu verpassen. Ist das der Traum von Unabhängigkeit? Die kommende Zeit wird es zeigen…

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Geldsegen

Ja, über solche Tage muss man ja auch berichten. Wie schon öfter in den letzten Tagen bewiesen, man kann an der Börse Geld machen und das ohne zu viel Risiko. Auf solche Tage wie heute lohnt es sich zu warten. Es kommen auch andere Zeiten, wenn der Markt einen ausbluten lassen wird, wenn die Bullen und Bären im Gleichschritt sich die Zähne beissen werden, weil die Preise in keine Richtung wollen und eigentlich niemand glaubt, dass  an der Börse überhaupt Geld zu verdienen ist.

 Nun aber genieße ich die mir zugewandte Fortuna. Die Shortposition wurde bei 7868 eröffnet und der Dax steht zur Stunde bei 7461. Weitere Fragen???

Der einzige Wehrmuthstropfen- die Verdoppellung der Position hat wieder nicht geklappt. ABN Amro behauptete wieder mal, der Markt bot keine für mich attraktiven Kurse an.

Wie dem auch sei, ein guter Tag war es, zumal der Bund in dem ich immer noch long bin auch weiterhin gut läuft.

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Chaos zu Ende?

In den letzten drei Tagen war ich auf einer Tagung in einem Frankfurter 4-Sterne Hotel. Irgendwie mag ich diese sterilen Businesshotels mit den unzähligen Tagungsräumen, der meist leeren und kleinen Sauna und der zum Teil sehr unerfahrenen Bedienung aus Osteuropa.

Diese Zeit gibt mir immer die Gelegenheit, im Kopf aufzuräumen. Das Trading habe ich nicht angefasst, wäre dazu auch technisch kaum in der Lage, von Notfällen abgesehen (  z.B. wie am11.09.01).

Und das war auch gut so. Ich musste mich völlig auf die semiautomatische Ausführung meiner Trades verlassen. Interessant war die Periode zwischen 19.07 und  gestern. Ich nenne dieses Verhalten chaotisch. Der Markt weist keinen klaren Trend aus. Im Prinzip zeigte mein system am Freitag und Montag sowohl long also auch short Signale.

Ich werde dieses eigenartige Marktverhalten in den nächsten Wochen genauer untersuchen und versuche den Hurst Koeffizienten zu bestimmen.

Gott sei Dank, entschied sich der Markt vorerst, gen Süden zu gehen, von morgiger wahrscheinlicher Erholung abgesehen. Warum sollte es weiter steigen? Mir fallen zur Zeit keine überzeugenden Argumente ein, außer denen, die eventuell gegen einen Crash sprechen… Ob dies aber ausreicht, weiss man nicht.

Sehr gut hat sich mein Bund Future Investment entwickelt. Dazu habe ich sogar ein Bild meines Handelsscreen angehängt.

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Für solche Tage lohnt sich das Trading

Ja, es war heute einer der Tage, für welche ich es antue, mir und meiner Familie. An einem solchen Tag wachen die alten Träume von finanzieller Unabhängigkeit wieder auf. Das Leiden der letzten Woche gehört endgültig der Vergangenheit. Heute lief alles richtig. Ich setzte bereits bei 7925 auf steigende Kurse. Danach vergrößerte ich die Position noch zwei Mal.  Effektiv nahm ich über 400 Punkte mit, bzw. sicherte per Stopp Loss.

Im Übrigen diejenigen von Euch, die meine gestrige Empfehlung befolgten und Puts verkauften, haben heute ebenfalls gutes Geld gemacht. Ich leider nicht, da mein MarginKonto durch diverse andere Investments bereits ausgeschöpft ist.

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Goldgräberstimmung bei Stillhaltern

Seien wir uns doch ehrlich. Der deutsche Index steht heute dort, wo er bereits im Mai, Juni und Juli schon gestanden hat. Trotz lobender Worte  für die deutsche Wirtschaft und für die heiss laufende Konjunktur. Die Binnennachfrage steigt und auch der Immobilienmarkt scheint sich zu erholen, bzw. den Boden auf niedrigem Niveau zu bilden.

Dennoch will die Börse nicht mehr dorthin, wo sie in den letzten drei Jahren war. Gerade jetzt, wo es immer mehr Menschen auch merken, dass Aktien doch ein gutes Investment ist. In meinem Büro, wo ich mein Angestelltendasein pflege, verfolgen mittlerweile  alle Kollegen mehr oder weniger intensiv die Börse.

Aller Begeisterung zum Trotz, passiert ja nicht viel, von hohen tägliche Schwankungsbreiten abgesehen.

 Was soll man also tun? Von trendfolgenden Handelssystemen rate ich nur ab. Oder man hat ausreichend viel Spielkapital. Die einzige zur Zeit rentable Spielvariante erscheint mir der Verkauf nackter Optionen. Man wartet einen solchen Tag wie gestern ab und weiss, dass der nächste Tag mindestens genauso schwach wird ( Statistik). Danach am Ende des zweiten Tages verkauft man weit aus dem Geld liegende Puts, die bereits nächste Woche verfallen. Aufgrund der kurzfristigen sehr hohen impliziten Volatilität sind die Preise absolut überteuert. Bereits am Nachmittag des zweiten Tages setzt eine Erholung ein, die bis zum späten Nachmittag des dritten Tages andauern könnte. Bis dahin stellt man die Puts glatt , mit schönem Gewinn, versteht sich.

Einfach, oder? Bitte nicht vergessen, dass dies ein sehr riskantes Geschäft ist und eine Absicherung mit einem viel billigeren Put oder einem anderen Instrument die Pflicht ist!

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Warum steigt die Volatilität?

Seit Wochen beobachte ich die konstant steigende Volatilität. Die historische liegt zur Zeit bei 17%. Wenn man die kurzfristigen DAX-Optionen  zugrunde legt, dann dürfte die implizite Vola sogar bei knapp 18% stehen. Diese Entwicklung deutet generell auf steigende Nervosität der Marktteilnehmer hin. Und das kann man wohl verstehen. Einerseits ist der volkswirtschaftlicher Rahmen nach wie vor gut. Man hört kaum schlechte Unternehmensnachrichten.  Es gibt auch sonst keine neuen politischen Nachrichten, die die Weltöffentlichkeit beunruhigen würden.

Andererseits aber steigen die Zinsen, häufen sich Terrordrohungen und die 8140 Marke im DAX kann nicht nachhaltig überwunden werden.

Was tun in solchen Zeiten? Ich steige nach und nach in das Optionsgeschäft ein. Man kann verschiedene Strategien fahren. Man kann Straddles kaufen- Put und Call zu gleichem Basispreis und Laufzeit. Steigt eine Seite ausreichend viel, dann verkaufe ich eine Option aus dem Geld, um den Verlust der anderen Seite auszugleichen.

Interessanter erscheinen mir die Stillhaltergeschäfte. Ich nutze Tage mit sehr starken Schwankungen und verkaufe Optionen , gegen den Trend sozusagen. Davor sollten natürlich Hausaufgaben gemacht  und der passende Strike ausgerechnet  werden. Sonst droht ein Riesenverlust. Außerdem sollte man an den Plan B denken- was tun, wenn der Trend gegen alle Erwartungen gegen mich läuft. Wie sichere ich mich ab…? Darüber später  mehr.

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Die vier großen Fehler oder warum Covered Calls das Depot nicht absichern?

Es waren die Anfänge meiner privaten Börsenkarriere. Iche lernte, was Stillhaltergeschäfte sind. Für jemanden, der Optionsscheine kennt, ist es keine große Kunst. Man tausche die Seiten und schon arbeitet die Gewinnwahrscheinlichkeit für einen. Schliesslich mit Optionsscheinen verliert man meistens. Als Verkäufer muss man doch im Schnitt gewinnen.

Der Rollentausch ist doch die Lösung.

Mit diesem pragmatischen Ansatz kam ich an die Sache heran. Ich eröffnete ein Eurexkonto bei einem der wenigen Broker, die damals diesen Service anboten, zahlte Geld ein suchte mir eine Aktie aus, die ich etwas besser „kannte“. Die Wahl fiel auf Telekom ( 2002). Ich kaufte zu 16,00 ein paar Hundert Stück und verkaufte sofort eine gleiche Anzahl von Kaufoptionen mit Basispreis 16.00. Das war der erste Fehler. Ich hätte auf das Delta schauen sollen und die doppelte Anzahl der Optionen verkaufen sollen.

Danach lief es eine Weile gut. Zufällig war die Preisentwicklung so günstig, dass die erste Serie wertlos verfiel und der Aktienkurs etwa bei 16.00 blieb. Ich wurde euphorisch! Ich habe es geschafft. Gerade mal knapp über 30 habe ich eine stressfreie Geldquelle entdeckt. Danach folgten zahlreiche Fehler, die letztlich zum Aussetzen des Geschäftes führten. Immerhin bin ich mit nur 10% Verlust nach einem Jahr ausgestiegen.

Ich nahm das Stillhaltergeschäft erst im letzten Jahr wiederauf, diesmal aber erfolgreich.

Was waren die anderen Fehler?

Im zweiten Monat stieg plötzlich die tägliche Schwankungsbreite und der Kurs sank schnell. Die Märkte wurden nervös und die in der zweiten Jahreshälfte 2001 durch 11.09 ausgelöste Hausse gehörte endgültig der Vergangenheit. Aber zurück zu Telekom. Ich nahm  um die 0,8 € Prämie mit der Laufzeit von einem Monat  ein. Durch den Kursrückgang kam die Stillhalterposition schnell in die Gewinnzone. Hier begang ich den zweiten Fehler. Ich nahm den Gewinn einfach mit (durch Rückkauf der Option) und verkaufte eine neue Serie zu niedrigerem Basispreis ( 15,5 wenn ich mich nicht täusche). Hier hätte ich eher einen Teil der Aktien verkauft bzw. noch mehr Optionen verkauft. Danach wäre es aber keine reine Stillhalteposition. Und so steuerte ich schnurstracks auf den dritten Fehler zu. Aufgrund der hohen Vola stieg die Aktie im Rahmen einer kurzfristigen Erholung. Die neuen Calls waren plötzlich teuer und die Aktien immer noch im Verlust. Da bietet es sich eher, das Auslaufen der Option abzuwarten und die Aktien ausüben zu lassen, sprich verkaufen. Man schliesst damit zwar die Gesamtposition im Verlust aber spart die Transaktionsgebühren und kann letztlich wieder anfangen. Und was mache ich? In Panik kaufe die Serie zurück in den Anstieg hinein und verkaufe eine neue mit höherem Strike. Was danach folgte, kann man sich leicht vor die Augen malen. Der Kurs sank, ich stellte die Calls glatt und so weiter… Je länger ich es machte, desto klarer wurde mir die Tatsache, dass mit dieser Methode kein Geld zu verdienen ist, ich wollte aber auf keinen Fall „aufgeben“. Hier sehen wir den vierten großen Fehler. Ich habe mich mental gar nicht auf die unterschiedlichen Marktszenarien vorbereitet und war nicht bereit, Verluste zu akzeptieren.

Was mache ich jetzt anders und warum funktioniert es jetzt viel besser. Dazu mehr in den nächsten Tagen.

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