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Hexensabbat September 2009

Nun ist es wieder soweit. Am kommenden Freitag verfallen an der  Deutschen Terminbörse Eurex wieder die Aktien-, Indexoptionen und Futures. Deswegen wird der Tag auch der große Verfall genannt, weil dreifach.

Ich bin, wie die Insider wissen mehr oder weniger im Optionsmarkt aktiv,  mache aber keine spektakulären Aktionen wie das Projekt 1 Mio mehr. Für mich ist das Optionsgeschäft eine sinnvolle Investmentstrategie, die meine Aktienpositionen absichert und auch deren Ausbau unterstützt.

Im Moment habe ich Commerzbankaktien und etwa doppelt soviele Kaufoptionen. Darüber hinaus EON, und Puts und Calls auf diese Aktie.

Und natürlich ODAX- die DAXoptionen, die am lukrativsten sind, weil ein Punkt bereits einen Euro bringt.

Gerade in der letzten Woche vor dem Varfall machen die Optionen Freude- mit jeder Stunde werden die Shortpositionen billiger. Der Zeitwertverfall beginnt sich bemerkbar zu machen.  Zwar zucken die Preise noch, wenn der DAX mal in die eine mal in die andere Richtung ausreisst, bleibt er jedoch danach wieder stehen, dann fallen die Optionsprämien sofort.

Im Moment bin ich long in 5300 Straddle, gecoverd mit 5600 und 5850 Calls sowie 5250 Puts. Im Endeffekt werde ich gutes Geld gemacht haben, wenn der DAX etwa zwischen 5500-5850 am Freitag um 13:00 Uhr steht.

Die historische Vola ist in der vergangenen Periode weiter zurückgegangen. Sie steht im Moment bei 21%.

Wie der Chart unten zeigt  (mit freundlicher Genehmigung von www.tradesignalonline.com), nähert sich die historische Volatilität der unteren Begrenzung ihres langfristigen Trends.

Immer wenn sie in der neuen Vergangenheit daran gestossen hat,  waren die DAX-Notierungen bereits stark am Fallen.

Stehen wir also auch jetzt nur wenige Wochen vor einem Crash?

DAX-Vola

Eingetragen unter:DAX, Eurex, Hexensabbat, Optionen, Projekte, Stillhaltergeschäfte, Volatilität

Reflexionen zum „dreifachen“ Hexensabbat am 19.06.2009

Und schon wieder ein halbes Jahr vorüber. Seit die Optionsgeschäfte ein signifikanter Teil meines Lebens geworden sind, dauert ein Monat nicht vom ersten zum 31 sondern vom Verfallstag zum nächsten Verfallstag. Ich denke oft danei an die vielen Emotionen, die mich an diesem Tag schon mal begleitet haben. Früher spekulierte ich in der Tat auf eine bestimmte Kursentwicklung an dem Tag und ging von steigender Vola aus. Oder ich fürchtete diesen Tag wie der Teufel das Weihwasser und machte alle Positionen glatt viele Tage vorher.

Inzwischen sehe ich den Tod der Optionen mit einer gewissen Gelassenheit entgegen. Nun es gibt doch den nächsten Monat und danach wieder einen.

Eine Besonderheit ist der sog. dreifacher Hexensabbat. An diesem Tag verfallen die meisten Indexoptionen und – Futures, Aktienoptionen und mittlerweile die wenig beachteten Stock Futures. Strenggenommen müsste der kommende Freitag ein vierfacher Sabbat heissen.

Erlebt habe ich viele Launen des Marktes an diesem Tag. Hohe Schwankungen im Vorfeld und keine an diesem Tag. Oder oft umgekehrt, besonders vor ein paar Jahren- da sorgte oft der Verfallstag selbst für Überraschungen und die relevanten Indizies wurden oft in letzter Minute über bzw. unter eine Marke getrieben.

Die DAX-Optionen laufen zum Beispiel um 13:00 Uhr aus. Dann beginnt die Schlussauktion, die allerdings keine feste Zeitspanne andauert. Zwischen 1-5 Minuten können es werden und dann steht der Abrechnungspreis fest. Mit diesem werden ausgeübte Optionen bewertet.

Dazu fällt mir eine Anegdote ein. Einmal habe ich auch bis zum Schluss auf offenen leerverkauften DAX-Kaufoptionen gesessen und wollte sie nicht glatt stellen, sondern wartete, bis sie wertlos verfallen. Dabei war der Basispreis sehr eng an den Marktpreis gesetzt. Ich wollte sie eventuell  mit den CFDs hedgen. Am Freitag sass ich tatsächlich bis 13:00 Uhr vor dem Bildschrim und schaute wie der Index mal stieg mal wieder fiel unter diese Marke. Jedesmal bedeutet es plus oder minus 400 €. Der Reiz war deshalb groß, doch nicht den „richtigen “ Ausstieg zu verpassen.

Kurz vor 13:00 stand der DAX unter dem Basispreis und ich war glücklich, als um 13:00 die Optionen minimal aus dem Preis waren. Das würde heissen, ich werde nicht ausgeübt und kann die ganze Prämie behalten.

Ich ging in die Kantine und als ich 30 Minuten später zurückkam, erlebte ich ein blaues Wunder, der DAX war kurz nach 13:00 in wenigen Sekunden doch noch fast 30 Punkte über dem Basispreis gestiegen und ich wurde mit Verlust ausgeübt.

So zahlte ich für eine Gier und Unkenntnis der Spielregeln.

Diesmal könnte es auch so kommen. Der Markt ist volatil und nicht  weit von 5000. Die Volatilität ist gestiegen auf 34% ( von 27%) und die Börsianer verunsichert. Im Moment zeigt mein Indikator immer noch nach unten ( Stopp Marke nachgezogen auf 4907). Spätestens morgen Abend ist das meiste gelaufen und die aus demGeld Optionen werden anfangen zu sterben. Zwischen den Börsianern kommt es dann langsam zum stillen Konsens über den Schlusspreis.

Bis dann aber  können wir gespannt sein.

Eingetragen unter:DAX, Eurex, Finanzen, Börsen, Trading, Hexensabbat, Volatilität

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